Wir leben in einer Zeit, wo „systemische, kybernetische Sichtweisen“ an Boden gewinnen. Das heisst, alle Elemente sind miteinander verbunden und beeinflussen sich. Der Umgang mit dem einzelnen Teil wirkt sich im Ganzen aus. Jedes Leben ist ein „kybernetisches System“ das nach Ausgleich strebt. Wird der Ausgleich nicht erreicht, gibt es Regulative, die den Ausgleich schaffen sollen. Solche „Mechanismen“ gibt es in jedem Leben. In der Lebens“führung“ ist der bewusste Umgang mit ihnen entscheidend. Unser Körper und unser Geist verfügen „von Natur aus“ über Werkzeuge, die den Ausgleich schaffen (Pulserhöhung, stärkerer Atem, Nervosität, Müdigkeit etc.. Das geschieht automatisch oder „unbewusst“. Auf der Ebene des Bewusstseins verschiebt sich das „Ausgleich schaffen“ in den Bereich des“Handelns“ und „Verhaltens“ und wirkt so zurück auf „unbewusste“ Vorgaben.
Diese Sichtweise ist uralt. Sogenannt „primitive“ Gesellschaften basieren auf einem unmittelbaren Wissen, dass wir alle Teil von etwas „Umfassenderen“ sind. „Religionen“ sind Ausdruck dieses „Urwissens“. Im Verlauf der Menschheitsgeschichte hat sich viel Wissen zu diesem „Teil-nehmen“, Teil-sein“angesammelt. Basierend auf diesem Wissen haben sich Traditionen, Denkrichtungen und Kulturen entwickelt. Diese „Systeme“ kennen ihren je eigenen Rhythmus. Wenn es ihnen nicht gelingt, sich auf veränderte Bedingungen einzustellen, verlieren sie an Einfluss und verschwinden mehr und mehr.
Life-Balance heisst, die Ausgangslage des „eigenen Systems“ respektieren und lebenslang daran Arbeiten, dass dieses System aktions- und reaktionsfähig bleibt – in jeder Lebensphase. Im Austausch mit anderen Systemen (Mitmenschen) und dem Meta-System „Erde“ geschieht der Lebensprozess. Dabei kann jede/jeder von den Erfahrungen anderer profitieren und immer wieder neue Aspekte entdecken, die dem „eigenen System“ gut tun und ein gutes Lebensgefühl schaffen. Auch „altes Wissen“ aus der Erfahrungs- und Reflektionsgeschichte der Menscheit gehört hier hin und trägt zur positiven Eigenentwicklung bei.
Balanciertes Leben zeichnet sich aus durch Lebensbejahung und Lernfreude, durch Offenheit und Neugierde, durch Selbstdisziplin und Humor. Lebens“führung“ nach marktwärts meint nicht ein perfektes Leben, sondern ein bejahtes Leben, das auch mit Lust nein sagen kann.
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