It’s got to be perfect | It’s got to be worth it – yeah | Too many people | take the second best | But I won’t take any thing less  It’s got to be – yeah – perfect!                      anhören:   Fairground Attraction

Wir haben Ansprüche! Ansprüche an uns selber und Ansprüche an andere. Wir leben in einer anspruchsvollen Welt. Qualifikationen sind gefragt, Komeptenzen gefordert. Eine ganze Industrie kümmert sich darum, dass wir unsere Kompetenzen entwickeln und und unsere Qualifikationen erwerben können. Alles schön und gut.

Wir haben es weit gebracht. Unzählige Möglichkeiten stehen uns offen, wir sind mobil, wir sind informiert. Wir verdienen gut und die Welt steht uns offen. Nicht erst mit dreissig, nein, schon viel früher und nicht nur bis sechzig, nein, viel, viel länger. Na, was wollen wir mehr?

Eigentlich wollen viele von uns nicht mehr. Einige wollen noch mehr und können nicht mehr. Wir haben die Latte hoch angelegt, doch was geschieht, wenn wir sie nicht mehr überspringen? Was in jungen Jahren einfach so ging, wird ab der Lebensmitte mehr und mehr zum Krampf. Was als Kind einfach so funktionierte, wird ab 18 etwas mühsamer. Mehr und mehr schliesst sich der Kreis unserer eigenen Ansprüche, denen wir selber immer weniger genügen können und das bewegte Leben wird zur Einbahnstrasse.

Perfektionismus ist tödlich. Nicht mal Gott ist perfekt. Anstatt zu lernen, perfekt zu sein, gilt es zu lernen, Fehler richtig zu machen. Damit man danach die richtigen Fehler machen kann. Im Scheitern steckt ein gewaltiges Potential, die Angst vor dem Scheitern limitiert persönliche und berufliche Erfolge und verhindert eine Entwicklung, die weit mehr ist, als die krampfhafte Fortführung des bekannten Falschen. (Lieber mit dem Säufer zusammenbleiben, als mit einem neuen Typen, von dem ich nicht weiss, was er vorhat) Scheitern beginnt bei mir selber und dort endet es auch. Wer sich eigenes Scheitern zugestehen kann, verleiht sich Handlungsraum für Alternativen. Angst tötet Alternativen. Wir haben viel Angst. Die Schweiz ist ein Angstland geworden. Wir labern von Innovation, von Querdenken und hoffen insgeheim, dass jemand anders die ersten Versuche abliefert, die noch nicht so perfekt sind. Wir übernehmen dann, wenn es funktioniert – wir haben ja gewusst, dass es nicht klappt. Alles klar. marktwärts geht anders – anders ist manchmal falsch. Und genau das ist manchmal richtig. Wo kann ich Scheitern lernen? Wie geht scheitern eigentlich? Gibt es richtiges und falsches Scheitern? Gibt es für’s Scheitern Credits? Was macht scheitern mit mir? Werde ich dabei ge-scheiter? So geht marktwärts.