«Vor über 30 Jahren schrieb der Management-Vordenker Peter Drucker ein bahnbrechendes Buch mit den Titel „Innovation und Entrepeneurial Society“. Darin prophezeite er den Wandel einer Gesellschaft aus Angestellten zu einer „unternehmerisch denkenden“ Gesellschaft. Seine Beobachtung machte er an vielerlei Entwicklungen fest, darunter auch an dem schon damals schon sichtbaren demografischen Wandel, dem technologischen Fortschritt und der bereits an Fahrt gewinnenden Globalisierung.» Richard Staub in Harvard Review
Wir schreiben mittlerweile das Jahr 2016 und haben gewaltige Veränderungen hinter uns. Gesprochen wird dabei meistens von Krisen, weil die Veränderungen tausende von Jobs wegrasierten und weil unser Arbeitssystem so fatal designt ist, das jemand ab 50 schon ein wirklich gesuchter Spezialist sein muss, damit es auf Anhieb wieder klappt mit einer Anstellung.
Drucker ging davon aus, dass das traditionelle Verhältnis von Arbeitgeber und Arbeitnehmer sich verschieben werde. Er zitiert den Ökonomen Josef Schumpeter damit, dass eine unternehmerische Gesellschaft eine vielversprechendere Zukunft habe, als das bestehende klassische Modell. Seine Vorstellungen waren kapitalistisch, der Finanz- und Bankensektor spielte bei ihm jedoch nur eine dienende und keine dominierende Rolle, wie das dann geschehen ist.
Eine unternehmerische Gesellschaft entdeckt Kooperation neu und vernetzt sich über Kompetenzen und Persönlichkeiten für Projekte ohne das Ziel, als ein Unternehmen zu bestehen. Die Strukturen sind auf eine solche Arbeitswelt in keiner Weise ausgerichtet. Die tragenden Werte der unternehmerischen Gesellschaft sind Eigenverantwortung, Vertrauenswürdigkeit, Zuverlässigkeit, Kooperationsbereitschaft, Lösungsorientierung, Teamfähigkeit bei hohem eigenen Spielraum, Lernfähigkeit und Verantwortlichkeit. Die Früchte sind Unabhängigkeit, Flexibilität, tragfähige Beziehungen, vielseitige Erfahrungen und Toleranz.
Für marktwärts ist der unternehmerische Denkansatz für unsere Gesellschaft Programm. Dabei ist eine Mutter genau so mitgemeint, wie der Chef eines Gewerbebetriebes oder die Managerin in der Exportfirma. Die unternehmerische Sichtweise ist weit mehr als eine kaufmännische Optik. Kosten und Nutzen beziehen auch persönliche Ressourcen und gemeinschaftliche Gewinne mit ein und führen auf diese Weise Qualität über den materiellen Wert hinaus in die ideelle Ebene. Eine unternehmerische Gesellschaft betrachtet jeden Menschen als Unternehmen und jede Tätigkeit als unternehmerisch. Ob Kinder grossziehen, Heizungen reparieren, mit dem Lebenspartner Ferien planen, ein neues Medikament entwickeln oder politische Entscheidungen vorbereiten und umsetzen: Alles ist unternehmerisch, überall gibt es Projekte und überall braucht es jemanden, der sich engagiert. Unternehmerische Lebensführung geschieht nicht von Natur aus, immer noch sorgen unsere Erziehung und viele Unternehmenskulturen dafür, dass der Unternehmergeist in Schranken gewiesen wird und jegliches eigenes Engagement als sinnlos erscheinen lassen. Dienst nach Vorschrift, klare Trennung von Arbeit und Freizeit sind dann die teuren Folgen. marktwärts leben geht anders, bei marktwärts können Sie es trainieren.
marktwärts Personal Good Governance: Module für die unternehmerische Lebensführung.
PS: Die laufende Diskussion über das bedingungslose Grundeinkommen zeigt an, welche Themen in Zukunft auf der Agenda auftauchen werden. Mit herkömmlichem „In the box-Denken“ sind diese Themen kaum zu bewältigen. Mit einem Denken jedoch, das jede/n Einzelne/n als Ressource und Möglichkeit zu sehen vermag, bieten sich neue Lösungswege an. Die Veränderung kommt nicht heute, doch sie kommt, sie ist bereits unterwegs.
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