Bevor das Gehirn eine neue Karte der Umgebung entwickelt, versucht es mit allen Mitteln, die alte zu retten. Wer nicht versteht, wie „bending the map“ funktioniert und wie man es zunächst erkennt und dann überwindet, wird mit grösserer Wahrscheinlichkeit über kurz oder lang in Not geraten. (Aus VERIRREN, Kathrin Passig/Aleks Scholz, Rowohlt Verlag, Berlin 2010)
Fast jeder/jedem von uns ist das schon passiert. Da ist man unterwegs in der Natur oder auch in einer Stadt und weiss plötzlich nicht mehr, wo man sich genau befindet. Für die Allermeisten ist das eine unangenehme Situation. Dasselbe passiert uns jedoch öfters auch in unserem Berufs- und Privatleben. Projekte entwickeln sich andersartig, als der Workflow es vorsieht, Gespräche bewegen sich plötzlich in Feldern, die mit dem ursprünglichen Thema herzlich wenig zu tun haben – auch das wird meist nicht als erfreulich erlebt. Verirren ist ein häufiges Geschehen, dem wir mit zunehmendem Kontrollaufwand entgehen wollen. Dabei könnte genau in diesem Verirren die Ursache für überraschende Lösungen stecken. Wie wir mit dem unangenehmen Thema VERIRREN konstruktiv umgehen könnten, verraten uns geistreich, überraschend und mit einem Schuss gesundem Humor Kathrin Passig und Alkes Scholz. Dieses Buch sollten sich Führungskräfte und Selbständige gönnen – und Menschen, die ihr Leben grundsätzlich aktiv gestalten. Es ist im wahrsten Sinn des Wortes ein Buch über Weltanschauung und über das Konstrukt, das wir uns als Realität einreden. Und es ist ein Buch, das der Wirtschaft einfach gut tut, weil es ein unangenehmes Thema eloquent und überraschend darstellt. Innovationen als Folge gewagter Verirrungen – na, wenn das keine Herausforderung mehr sind …!?
„Um seine geografische Position zu ermitteln, beschäftigt das Hirn einen Kartografen, der sich damit befasst, den andauernden Strom von Daten, den die vielfältigen Sinnesorgane herbeischaffen, zu sortieren und in eine Art persönlichen Weltatlas zu verwandeln.“ (Seite 93)
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