„Vertrauen ist das Fundament für jede gute Beziehung – sei es im geschäftlichen oder im privaten Bereich.“
Das dürften wohl die meisten Zeitgenossen so sehen. Und weil wir heute so lösungsorientiert leben, kommen auch gleich ein paar Tipps, wie man professionell Vertrauen aufbaut und erhält. Und natürlich muss das alles rasch gehen, denn Zeit ist Geld und Geld fehlt immer, also dann mal vorwärts.

Mitarbeitervertrauen und Kundenvertrauen
Es gibt keinen Unterschied in Sachen Vertrauensaufbau. Ob es sich dabei um Mitarbeiter oder um Kunden handelt, spielt keine Rolle. Vertrauen entsteht dann, wenn das Gegenüber sich verstanden fühlt und in Verhalten und Rede keine Widersprüche entdeckt. Die Ausgangslage ist bei den meisten Menschen ein Vertrauensvorschuss, den man einfach mal so gibt.

Enttäuschungen
Wer enttäuscht wird, hat sich getäuscht. Menschen die das mehrmals erlebt haben und damit nicht angemessen umgehen können, werden zunehmend misstrauisch. Angemessen mit Enttäuschung umgehen heisst, anerkennen, dass man sich getäuscht hat. Das ist nicht einfach. Wenn es mit grossen materiellen Verlusten oder persönlichen Verletzungen verbunden ist, braucht das seine Zeit, bis wieder ein Gleichgewicht hergestellt ist. Wut, Ärger, Trauer, Selbstmitleid – Enttäuschung ist eine komplexe Erfahrung, die grundlegend zum Leben gehört. Je mehr man sich Ideale gesetzt hat, je mehr Leitplanken man in sich trägt, was richtig und falsch, gut und böse ist, um so häufiger und schmerzlicher werden die Enttäuschungen sein.

marktwärtsmässig heisst das, die Arbeit beginnt bei mir selber. Und genau hier beginnt auch das Vertrauen, im Selbstvertrauen. Im Ruhen in sich selber. Wer das hat und kann, der wird sich nicht so schnell aus dem Gleichgewicht bringen lassen und er/sie wird die Fehler nicht dauernd bei den andern suchen, sondern sich auf den eigenen Beitrag zur Enttäuschung konzentrieren. Menschen mit gesundem Selbstvertrauen sind lern- und damit korrekturfähig.

Das spüren die Menschen im Umfeld, ganz gleich ob das MitarbeiterInnen gleich-, über- oder untergeordnet oder Kunden sind. Sie spüren Respekt und damit Wertschätzung; sie spüren, dass Fehler nicht nur verteilt sondern an sich selber gesehen werden. Sie sehen, dass Handeln und Reden nicht auseinanderklaffen. Diese Diskrepanz ist bei Mitarbeitern noch einiges zentraler als bei Kunden, mit denen man nicht täglich Kontakt pflegt.

Vertrauen schenken
Vertrauen ist immer ein Vorschuss ohne Rückzahlungsforderung. Wer mit Druck Vertrauen herstellen will, hat keine Ahnung, was Vertrauen ist und er /sie hat keine Ahnung, was er/sie anrichtet. Unternehmerisch ist diese Art von Vorgehen leider immer noch viel zu oft anzutreffen. Die dadurch verursachten Kosten durch passiven Widerstand, Dienst nach Vorschrift, Krankheit, Personalfluktuation können nur geschätzt werden.

Falsches Führungsverständnis, Proflilierungssucht, Minderwertigkeitsgefühle, Karrierefixiertheit etc. tragen alle den Keim des Vertrauenskillers in sich und Enttäuschungen sind programmiert. Selbstverständlich sind dann praktisch immer „die Anderen“ die Überforderten, die Weicheier, die Waschlappen schuld, wenn etwas nicht klappt. Man wollte ja nur das Beste für sie.

LebensunternehmerInnen nach marktwärts sehen in der Qualität des Vertrauens eine sehr wertvolle Ressource. Vertrauen stabilisiert Beziehungen und erhöht damit die Wertschöpfung. Wertschöpfung durch Wertschätzung.

Vertrauensarbeit
Vertrauensarbeit ist in erster Linie Arbeit an sich selber. Es ist ein beharrliches Nachspüren an Grenzen und Wertigkeiten und an Gründen, warum etwas so und nicht anders ist. Und es ist die unternehmerische Bereitschaft, sich zu verändern, damit neue Möglichkeiten entstehen und nicht neue Probleme. Schliesslich wollen die meisten mit ihren Mitmenschen (ob PartnerIn, Nachbarn, Mitarbeiter oder Kunden) in einem guten Verhältnis   leben – marktwärts nämlich – wohin sonst?