Die Einladung zum diesjährigen Symposium „eco-ost“ verheisst eine Auseinandersetzung mit Werten. Etwas provozierend werden die Begriffe „Wachstum“ und „Sünde“ in das Satzgefüge gebracht, das man vielleicht unter der Formulierung „Kann denn Liebe Sünde sein?“ kennt. Udo Lindenberg hat das 1980 erstmals gesungen und damit einigen Erfolg verbucht.
Am ausgeschriebenen Forum geht es nicht um Liebe, es geht um Wachstum. Zugegeben, darin investieren viele mehr Energie als in die Lindenbergsche Liebe und für diese Menschen ruft „Wachstum“ schon so etwas wie „Liebesgefühle“ hervor. Und dann der Begriff „Sünde“. Ein moralisches „Unwort“ aus christlichem Umfeld, das ganz generell für „schlecht“ steht. Vergessen ist der Beziehungsaspekt, der im ursprünglichen Wort steckt, nämlich der Kontakt zum Lebensfördernden, wofür in der christlichen Religion die Chiffre „Gott“ gesetzt ist. Das Lebensfördernde wurde vom Personal der christlichen Religion zu oft aktiv zur Kontrollinstanz und zum Be- und Verurteiler erhoben, der aus erhöhter Warte alles sieht und der uns dann streng aber gerecht wieder auf den rechten Weg zurückrichtet. Vor dieser Instanz ist grundsätzlich alles Sünde, noch bevor es erschienen ist. Gute Nacht! Dieser Gott ist an und für sich schon Sünde. Wer nicht (mehr) an ihn glaubt, gewinnt neue Möglichkeiten.
Wachstum kann Sünde sein. Auch ohne veralteten, unreflektiert aufgearbeiteten christlichen Gottesbegriff. Wachstum, das einseitig nur das mehr und immer mehr kennt, kann bedrohlich werden. Ressourcenverbrauch in einem beschränkten System will überlegt sein. Holz, Wasser, Öl, Luft, Humus, Gas … alles, was ist, ist beschränkt, nur Geld kann sich scheinbar unbegrenzt vermehren (ein gefährlicher Irrtum). Wann ist Wachstum keine Sünde? Wenn es …. Besuche doch das Symposium, höre zu, bring dich ein, lerne Menschen und Ansichten kennen und wachse. Es gibt Wachstum, das keine Sünde ist. Oder mit Udo Lindenberg und der Liebe ausgedrückt: „Liebe kann nicht Sünde sein, und wenn sie es wär, es wär mir egal, lieber will ich sündigen mal, als ohne Liebe sein“.
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